16 Grad, – gefühlt 19

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Ein Tombolo, was ist das? – Und eer weiß das schon?
Das wäre eine Millionenfrage für die Millionärs-Quizsendung. 



A: Ein mittelalterliches nordisches Musikinstrument.

B: Ein historisches Navigationsinstrument für Seefahrer.

C: Ein Dünenstreifen, der eine Insel mit dem Festland verbindet und von zwei Seiten vom Wasser umspült wird .

D: Ein Gebäck der alten Wikinger.

Die Auflösung findet die aufmerksame Leserin und der aufmerksame Leser weiter unten.

Die charmante Stadt Lerwick ist die größte Stadt der zu Schottland gehörenden Shetland-Inseln und ihr Verwaltungssitz. Bemerkenswert, mit nur ca. 7.000 gemeldeten Einwohnern ist es hier sehr lebendig. – Die Einwohnerzahl entspricht übrigens etwas mehr als die Hälfte der Anzahl meiner Heimatstadt Werther. 
Aber in Werther landen auch keine Kreuzfahrtschiffe an. Es gibt keinen Yachthafen, oder Werften, wo historische Schiffe rekonstruiert werden. Und es interessieren sich auch nicht so viele Touristen für das, was drumherum passiert.

Drei, bzw. vier neue Bewohner Lerwicks sind erst vor einigen Monaten aus Süd-England hergezogen. Sally, Harry und Quinn mit ihrem Hund Dodger. Das entspannte Leben auf Shetland ist genau das richtige für sie. Keine Reizüberflutung, – und trotzdem alles was man braucht.
Sogar einen Sandstrand gibt es in der Altstadt. Eingebettet und geschützt wischen historischen Gemäuern.   Früher, als alles noch schwarz-weiß war, wurden hier in der Dunkelheit Waren geschmuggelt. Und weit später und in Farbe, hat man an diesem pittoresken Ort auch für die Krimiserie „Shetland“ gedreht.

Heute, an diesem Sommertag, – stahlblauer Himmel! Das Meer und der Strand wirken fast tropisch. Trügerisch, denn so schnell wärmt sich das Wasser nicht auf. Auf noch bessere Temperaturen aber braucht in dieser Gegend kein Mensch zu warten. Es sind 16 Grad. Gefühlt, bei allem Optimismus, im Windschatten und in der Sonne stehend, vielleicht mal 19 Grad!?

Das lassen sich die drei Zugezogenen mit Hund nicht entgehen. Bis zum Hals waren sie im Wasser. Respekt! Meine Anerkennung haben sie!

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Die schönsten Stellplätze mit Komfort für Reisende im Campervan auf Shetland sind, finde ich, die Marinas. Kleine Yachthäfen in meistens hübschen Buchten. Sie liegen oftmals wind- und wettergeschützt damit die Boote problemlos anlegen und liegenbleiben können. 
Für einen akzeptablen Preis bekommt man Strom fürs Fahrzeug, Trinkwasser, warme Duschen, Küchenbenutzung, und so weiter. Das Entleeren der Chemietoiletten und des Schmutzwassertanks ist inklusive.

Die Marinas sind, -wie Campingplätze auch, unterschiedlich ausgestattet und gepflegt. Man setzt hier auf das Verantwortungsbewusstsein der Nutzer. Das geht in der Regel gut. Daher auch der geringe Preis.

Freie, also auch kostenlose Stellplätze lassen sich auf den Shetlandinseln zuhauf finden. Ein Beispiel von vielen, und gleichzeitig ein guter Tipp, ist der Parkplatz am Ende der Straße zu der Insel St. Ninian.
Wer wollte nicht schon mal übers Wasser gehen? An dem Übergang zur Insel St. Ninian ist das möglich. Und nur bei extremen Wetterverhältnissen mit einem Risiko verbunden. Denn von dem Strand, der von zwei Seiten vom Meerwasser umspült wird bleibt auch bei Hochwasser immer ein Streifen trocken stehen. Diese Art von Sandbrücke nennt sich Tombolo. Wer hat es gewusst? Ehrliche Antworten bitte unten im Kommentarfeld eingeben und absenden.

Völlig unverhofft, manchmal mitten in der Landschaft oder an und in einer Bushaltestelle, auch mitten in der Landschaft, und das auch noch Wochen danach, trifft man auf Statements zum Queens Platinum Jubilee. Diese Kreativität ist sonst nicht unbedingt offensichtlich. Man würde sie den ländlichen Inselbewohnern eigentlich nicht zutrauen.

Mich hat niemand nach Schafsbildern gefragt, vor meiner Reise. – Ob ich aber Shetlandponys fotografieren könnte, wo ich schon mal gerade da bin?

Zwei Frauen beim Schafe scheren. Kein Mann weit und breit. Ein seltener Anblick. Hab ich noch nie gesehen. Nicht in Schottland, nicht in Australien. Auch nicht in Neuseeland. So leite ich meine Frage ein, ob ich denn ein paar Fotos machen dürfte?
Margret und ihre Mutter Brenda haben nichts dagegen.
Brenda erzählt, dass Ihr Mann früh gestorben ist. Mit 52 Jahren an Krebs.
Seitdem schneiden die beiden Frauen bei ihren Schafen selbst die Wolle ab. Manche Tiere mögen es. Bei den anderen wird es zur Schwerstarbeit. Wie man sieht.

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9 Antworten

  1. Manuela
    Lieber Mario, wieder so schöne Fotos und eine poetische Schilderung deiner Reise-Eindrücke. Hab vielen Dank. Es ist eine Freude, mit dir reisen zu dürfen. Ein kleiner Hinweis in königlicher Angelegenheit sei erlaubt 😊 HM The Queen hatte 70 jähriges Thronjubiläum. Nicht Queen Mum. Die Mum der Queen starb 2002. Aber das ist uninteressantes Wissen, denn Tombolo wusste ich nicht. Habe also nicht nur Bilder und Poesie genossen, sondern auch dazu gelernt. Danke schön! Gute Reise, viel Freude und schöne Begegnungen weiterhin. Liebe Grüße 🤗
    • Mario
      Liebe Manuela, Hinweise in königlicher Angelegenheit sind immer erlaubt, sogar zwingend wenn sie der Richtigstellung von Unwahrheiten dienen! Ich werde den Text selbstverständlich korrigieren bevor man mich noch bei Wasser und labberigem Toastbrot in den Tower steckt. Dann ist es ja nochmal gut gegangen. Ich danke Dir! Liebe Grüße Mario
  2. Doro
    Beneidenswert und wieder sehr lesenswerte Texte zu deinen tollen Fotos ! Herzliche Grüße und genieße weiterhin dein schönes Leben 😉😘
    • Mario
      Danke Dir liebe Doro. Schön, dass Du mich auch auf meiner Reise begleitest. Ganz liebe Grüße nach Berlin.
  3. Ines
    Lieber Mario, wieder so tolle Bilder, da möchte ich direkt los, testen, wie weit ich ins Wasser gehen würde, mich durch die Werften schleichen und jeden ollen Kahn fotografieren und natürlich die Ponies kuscheln 😍😁.
    • Mario
      Hey Ines, da hast Du Dir ja viel vorgenommen. Und meistens kommen dann noch ungeahnte Situationen dazu. Das ist das tolle hier in diesem Land. Die Menschen sind meistens völlig entspannt und lassen Dich in Ruhe Fotos machen. Aber die Ponys waren nicht alle so zugewandt, eher sogar scheu oder auf der Flucht. Aber das Blond-braun-weiße wollte mich kaum gehen lassen. 😁
  4. Helga Bernhardt
    Tombolo würde ich mit C erklären. ( Wehe, es stimmt nicht, dann hast Du mich aufs Glatteis geführt.) Habe wieder viel über Schottland gelernt. Aber wie Du es sicherlich ahnst, haben mir die Tierfotos am besten gefallen. Das erste Foto von der jungen Frau, die den Hund küsst, strahlt für mich die enge Beziehung, die zwischen Menschen und Hunden entstehen kann, aus. Die Wildheit der Ponys kommt durch Deine Fotos super rüber. Bin schon wieder neugierig auf Deine weiteren Berichte.
    • Mario
      Antwort C ist richtig, liebe Helga! Damit bist Du eine Runde weiter. Und für Dich werde ich nun aufmerksam weiter nach schönen Tier-Mensch-Beziehungsbildern Ausschau halten. Liebe Grüße Mario

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