castle-mania

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Schöne Natur, idyllische Landschaften und friedliche Ortschaften finde ich in der Grenzregion zwischen Wales und England vor. Es gab hier auch mal ganz andere Zeiten. Ist aber schon länger her. Das bezeugen heute noch die vielen Burgen, jetzt meistens Ruinen, die zu einem aufwändigen Verteidigungssystem der Normannen ab dem 11. Jhdt. gegen die rebellischen Waliser gehörten. Immer mal wieder wehrten die sich gegen die normannische Besetzung. Na sowas!

Auf der Suche nach einem Platz zum Campen, – internettauglich und mit Stromanschluss, – in dieser Gegend und in dieser Kombination nicht unbedingt selbstverständlich, lasse ich mich auf einem Campingplatz in Skenfrith nieder. Ein sehr kleiner Ort mit einer großen Burgruine.
Skenfrith Castle, Teil eines Burgentrios, errichtet in einem geographischen Dreieck von Hubert de Burgh (nomen est omen), Vasall des englischen Königs Heinrich II., Anfang des 12. Jahrhunderts.
Aus Sorge vor Verbreitung historischer Halbwahrheiten gehe ich mal besser nicht weiter ins Detail. Schwer zu verstehen, und auch zu behalten: Wer gegen wen, wann, – und vor allem warum?

Die beiden anderen Burgruinen liegen in relativer Nähe und laden zu einer Rundtour ein.
Grosmont Castle erreiche ich am nächsten Tag auf einer Wanderung. Immer wieder Hügel. Auf und ab. Mit viel Vorfreude auf Kaffee und Gebäck oder Lunch und Bier. 5 Meilen durch herrschaftlich schöne Gegendenden bei bestem Wetter. Es ist sehr warm heute, – also doch lieber Bier und möglichst gleich bei der Ankunft. Aber ich werde enttäuscht. „Pub is closed on mondays“! Das erfahre ich von zwei freundlichen alten Damen, die sich im Schatten eines großen Baumes in der Mittagshitze unterhalten und sich scheinbar über ein unbekanntes Gesicht in ihrer kleinen Ortschaft freuen. „And sorry, there is no Café `round here!“


Die Burgruine liegt auf einer Anhöhe mit beeindruckender Aussicht auf das Umland. Ich genieße den Ausblick und dabei mein Notfall-Butterbrot. Schaue mir die Überreste gewaltiger Mauern und Türme an und erfahre, dass ein großer Teil der heute umliegenden Dorf-Gebäude und die Kirche, -genauso wie in Skenfrith-, aus den Steinen der Festungen gebaut wurden. Während die Burgen schrumpften wuchsen die Ortschaften drumherum, denn schon vor langer Zeit wurden die Verteidigungsanlagen auf- und dem Verfall preisgegeben. Vom Bollwerk zum Baumarkt.
Der Rückweg kommt mir schneller vor. Die Vorstellung auf ein Belohnungsbier für die erwanderte Strecke hat nochmal Kräfte freigesetzt.

Auf eine verlässliche Gastronomie brauche ich beim White Castle nicht erst spekulieren. Mein Reiseführer beschreibt die Ruine einsam und mitten in der Landschaft stehend, dafür aber als die beeindruckendste der drei historischen Überbleibsel.
Ich bin fasziniert! Und bei dem Anblick der hohen Mauern, der gewaltigen Rundtürme, der langen Brücke über den Wassergraben zum Torhaus und außerdem noch dem weiten Blick auf das Umland kommen mir lebhaft Szenen aus Game of Thrones in den Sinn und beflügeln meine Vorstellung über das frühere Leben und Wirken hier. Nicht so friedlich und idyllisch wie heute jedenfalls!

Abbildungen zeigen das White Castle.
Zum Vergrößern draufklicken.
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Neueste Beiträge von

  1. Nici
    Lieber Mario, vielen Dank für die Mitnahme auf deine Wanderung. Es macht total Spaß mitzulesen und die tollen Bilder anzuschauen. Als wenn man live dabei wäre. Story telling, alte Ruinen, Natur pur, blauer Himmel und Sonnenschein, so lässt es sich doch prima aushalten und genießen ……. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Spaß und viele schöne Erkundungen und Begegnungen. Liebe Grüße aus der Heimat, Nici

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