Fußballspielen verboten

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Im oberen Teil des schönen Conwy-Valley, nahe Llundudno, befindet sich die imposante Gartenanlage der Bodnant Gardens. In der fünften Generation von ihren Besitzern betrieben locken sie seit je her Besucher an. Und 150 Jahre durfte die Anlage bereits wachsen, sorgsam gepflegt von der Familie McLaren und ihren Gärtnern.
Ursprünglich wurde der Bodnant Garden von „Entrepeneur“ Henry Pochin angelegt und mit Pflanzen aus Expeditionen rund um den Erdball bestückt. Der Wissenschaftler, Geschäftsmann und Politiker Pochin pflanzte auf seinen 80 acres Zedern aus Afrika und dem Mittleren Osten an. Sein Enkel Henry McLaren brachte zahlreiche Rhododendren und Kamelien nach Bondnant. Hier blühte auch die erste Magnolie in Großbritannien überhaupt, importiert aus China im 19. Jahrhundert. Steht alles in einer kleinen Broschüre, die ich als „Member of National Trust“ beim Eintritt mit auf den Weg bekommen habe.

Wer weiß aber, wie groß 80 acres sind? Die Umrechnung auf Hektar führt bei der Frage, wie groß der Garten sich anfühlen wird nicht unbedingt zu der erwünschten Beantwortung, ob eine Mittagspause vor dem Abschreiten der Anlage Sinn macht, denn die Anfahrt mit dem Fahrrad über 8 Meilen war anstrengend genug.
Bei beschränkter Flächenvorstellungskraft ist ein Umrechner auf eine bekannte Spielfeldgröße sehr hilfreich. Jeder weiß, was es bedeutet, ein Fußballfeld zu umrunden. Sportunterricht konnte grausam sein. Und 80 acres entsprechen aufgerundet 45 Fußballfelder.

Ich entwickle großen Respekt für die Gärtnerinnen und Gärtner der Bodnant Gardens und gefühlt kann meine Pause vor Besichtigung des Areals nicht lang genug sein.

-> https://der-umrechner.de/flaechen/ha-hektar-in-fussballfeld

Im prächtigen Garten ist alles perfekt angelegt. Akkurat, harmonisch, ausgewogen, – synchron. Toll, wie sich die Anlage in das Landschaftsbild einfügt. Botanik kann begeistern.
Meine Aufmerksamkeit gilt aber auf einmal nicht mehr den Gewächsen. Rötliche Haare, – im Sonnenlicht besonders auffällig -, ziehen meine Blicke an. Wie so manche Pflanze in diesem Park sorgfältig geschnitten, lenkt die kreative gestyle Frisur eines jungen Mannes meinen Fokus auf ihn und seine Partnerin, begleitet von einem Fotografen. Meine Vermutung wird auf Nachfragen bestätigt. Hochzeitsbilder! Das junge Paar, Sie Taigen, er Jonathan, werden bald heiraten. In dieser traumhaften Szenerie vor dem Seerosenteich lassen sie sich vorher noch von ihrem Freund Declan fotografieren.


Spontan fällt mir „Where the wild roses grow“ von Nick Cave und Kylie Minogue ein. Behalte das aber besser für mich. Sicherlich wird es ein schöneres Ende nehmen mit ihnen als in dem Song. Dafür sehen sie beide zu sympathisch aus.
Ich frage und erkläre: Gartenbilder wirken besser mit Menschen drauf und ob ich vielleicht auch ein paar Fotos machen dürfte mit Ihnen? Sie sind einverstanden. Und Declan überlässt mir freundlicherweise für einen Moment das Feld. Einfach nett, diese Waliser!

Beim Ausgang entdecke ich eine Info-Tafel. Das Fußballspielen ist in den Bodnant Gardens verboten! Verständlich! Dran denken darf man aber schon!

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4 Antworten

  1. Nici
    Hallo Mario, dein neuer Reisebericht ist wieder einmal großartig!! Wie traumhaft schön, da möchte ich mich gleich einmal hin beamen, seufz …… Wunderschöne Bilder, die mich zum Teil an ähnlich tolle Herrenhäuser und Gartenanlagen in Irland erinnern. Da mag man einfach nur stundenlang schauen und genießen. Die Größendimensionen kann man nicht wirklich greifen, da hast du Recht. Ganz liebe Grüße aus der Heimat, Nici
  2. rosella
    Hallo Mario, das ist wunderschön. Da will ich hin! und, wir würden gerne auch Fotos MIT DIR drauf sehen 🙂 Herzliche Grüße aus good old Hermannsland….
    • admin
      Hallo Rosella, Wales ist wunderschön! Dieses Land hat momentan meinem bisherigen Favoriten Schottland den Rang abgelaufen. Habe mir vorgenommen, auf dem „Rückweg“ noch ein wenig mehr von Wales zu sehen. Zur Überpüfung des Rankings bin ich nun in Schottland. Man sollte bei einer solchen Beurteilung nicht zu voreilig sein. Richtig? Fotos „mit mir“ gibt es bisher kaum. Habe meinen Selfie-Stick auch erst gar nicht eingepackt. Aber: heute in Perth wurde ich von einem freundlichen Menschen mit deutlich schottischem Akzent angesprochen. Er arbeitet für „Scottisch Transport“, – die sind für alles mit Straßenverkehr, Wege, Plätze, usw. zuständig – und er war gerade dabei, Videos zu erstellen für die neugestalteten Radwege vor der Art-Gallery in Perth. Ihm hat mein Fahrrad gut gefallen, mein Helm, – und meine „unglaubliche Art Fahrrad zu fahren“. Sobald es online geht, hat er versprochen, wird er mich informieren. Dann gibt es Bewegt-Bilder von mir. Bin sowas von gespannt! 🙂 Liebe Grüße,- und bitte an alle Nachbarn weitergeben. Mario

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